Donnerstag, 12. Januar 2012

Schlaftipps für das Baby

Gestern im Rückbildungskurs haben wir wieder einmal darüber gesprochen, was wohl hilfreich wäre damit die Kleinen besser schlafen. Ich schreibe gerne auf, was da für Ratschläge gekommen sind.

o den Still-BH dem Baby ins Bettchen legen. Das habe wunderbar gewirkt und wenn es jetzt mal vergessen wird, meldet sich das Baby wieder

o ein Besuch bei der Akupunktur (in Zürich und im Aargau gibt es Frau Susanne Deckelmann die sich auf Babys spezialisiert hat, Tel. 076 440 64 28). Es gibt dafür spezielle Methoden wo nicht gestochen wird.

o mit einem beruhigenden Oel massieren, Bäuchlein Oel von Weleda oder Lavendel-Oel.

o ein Bad.

o das Baby im eigenen Bett schlafen lassen.

o einfach immer nur den Nuggi geben.

o Bettchen vorwärmen.

o Geduld haben und auch mal den Kalender konsultieren, evt. ist der Vollmond schuld.

o Zusatznahrung, weil es vielleicht mehr braucht

Durch meinen Beruf und die vielen Kontakte mit Müttern merke ich, dass das Wetter oder der Mond starken Einfluss auf die Kleinen haben. Aber auch ein sehr voller Tag kann dem Baby die Nachtruhe rauben. Manchmal kann auch die Osteopathie helfen. Sind die Eltern beide sehr erschöpft, brauchen sie unbedingt jemand der für sie mal die Nacht übernimmt. Ein Wechsel in der Routine kann Wunder wirken. Ich wünsche viel Erfolg.

Sonntag, 8. Januar 2012

Kürzlich...

... habe ich vor dem ersten Besuch ein Notfall Telefonat bekommen. Die Kleine schrie seit dem Spital-Austritt vor drei Stunden non-stopp.

Da ich im Kino war und die Vorstellung gleich anfing, begann ich Ratschläge zu erteilen: Zuerst habe ich der Mutter erklärt, dass es für sie wohl schlimmer ist als für das Baby wenn es schreit. (Das hat beruhigt.) Da ich im Hintergrund das Baby gehört habe, konnte ich der Frau auch versichern, dass es kein verzweifeltes Weinen ist, sondern einfach ein sich bemerkbar machen, weil etwas nicht stimmt. (Das hat ihr Vertrauen gegeben.) Da das Baby von ihr immer wieder an die Brust gesetzt wurde und trotzdem nicht zufrieden war, machte ich sie darauf aufmerksam, dass jedes Bedürfnis des Baby durch nuckeln gestillt werden will und dass es nicht sinnvoll ist, dies auch zu machen. Es ist vernünftiger das Baby ernst zu nehmen es zu trösten und dem Magen auch ein bisschen Zeit zum Erholen zu geben. Die Mama war verunsichert, ob sie vielleicht doch zu wenig Milch habe. (Ich konnte ihr Sicherheit geben.)

Nur durch mein Bestätigen, durch mein Zuhören und Erklären wurde die Mama beruhigt. Mein Ratschlag die Stillmahlzeiten zu vergrössern, dem Baby viel Körperkontakt zu geben und evt. am kleinen Finger saugen zu lassen, hatten enormen Erfolg.

Als ich dann nach meinem Kinomarathon (zwei Filmen) vorbei gehen konnte, hatte sich die Lage bereits beruhigt. Wir konnten besprechen, wie die Nacht verlaufen kann.

Tags darauf, alle hatten wunderbar geschlafen - das Baby auf dem Bauch des Papas, kannte ich die aufgelösten Eltern vom Vortag kaum noch. Sie fühlten sich ausgeruht und sicher. Sie versicherten mir, das Baby sei sehr ruhig und melde sich nur wenn es etwas brauche. Aber.... und das geben sie ihm gerne - es braucht Körperkontakt.

Es ist eine grosse Freude, wenn ich nur durch Schulternklopfen und durch das Zugeständnis Liebe und Zuneigung geben zu können, eine entspannte Situation schaffen kann.

Oft entsteht Verunsicherung durch das Weinen des Babys und durch die Angst mit zu viel Nähe in eine Abhängigkeit zu kommen. Aber genau das Gegenteil ist der Fall - Liebe ist das Einzige das wächst wenn man es verschwendet. Wenn ein Baby viel Liebe bekommt, kann es das ganze Leben davon ausschöpfen.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Stammbaum

Mein Bruder und mein Vater haben sich für den Stammbaum der Familie interessiert und angefangen zu forschen. Ich habe mit einigen Frauen darüber gesprochen und gemerkt, dass für sie diese Stammbaum- Geschichte - wie auch für mich - weniger interessant ist.

Heute ist es nicht mehr so, dass die Frauen bei der Heirat ihren Namen aufgeben müssen. Langezeit aber war dies die Normalität. Der Stammbaum ist eine Linie die auf der männlichen Seite folgt. Was eigentlich widersinnig ist, da die weibliche Seite, wo der Nachkomme wirklich her kommt, die Wurzel ist. Ich habe mir überlegt: Meine Mutter ist eine geborene Stuber, meine Grossmutter eine geborene Moser, meine Ur-Grossmutter eine geborene Meier und deren Mutter eine geborene Bärtschi. Auf der Vaterseite steht immer der gleiche Name: Vater, Grossvater, Urgrossvater ... alle haben den gleichen Namen.

Auf der Mutterseite bin ich mit der ganzen Welt verwandt - was für ein wunderbares Gefühl. Auf der Vaterseite komme ich aus einem Dorf im hintersten Berngebiet.

Zurück zu diesem Stammbaum; was nun, wenn mein Vater gar nicht der Sohn meines Grossvaters ist und dies meine Grossmutter mit dem falschen Heiratsdatum, das sie immer kundgetan hat, verstecken wollte. Dann wären all die gleichgenannten Vorfahren die falschen und vielleicht ist das auch so bei einem Ur-ur-ur-ur-Grossvater geschehen - schon ist die gerade Linie gekippt.

Ich fühle mich verbunden mit allen Müttern in der ganzen Welt und mit allen Kindern. Sie sind ein Teil in mir und ich ein Teil in ihnen und vielleicht gibt es eine Vorfahrin die mir uns allen Verbunden ist.

Samstag, 26. November 2011

Wünsche

Wenn ich wieder einmal bei einer Frau die nicht zum Schlafen kommt, deren Energie nicht mehr ausreicht um ihrem Mann Erklärungen abzugeben, deren älteres Kind sich nicht an den Fahrplan des Babys anpasst, einen Besuch abstatte, dann wünschte ich mir:

Die Erholungsstätte für Mutter und Kind zurück, die es noch von einigen Jahren gegeben hat. Ein Erholungsheim indem die Mütter Hilfe bekommen einige Nächte schlafen können, gutes Essen bekommen damit Sie Zeit für sich und "nur" die Kinder haben.

Ein anderer Wunsch wäre eine ambulante Nachtwache, die ich als Hebamme einfach aufbieten könnte, für Familien die Entlastung brauchen. Es wäre schön, wenn dies Möglich wäre ohne dass der Arzt aufgeboten werden müsste, Abklärungen mit der Krankenkasse gemacht werden müssten etc.

Manchmal denke ich, dass der ganze bürokratische Aufwand mehr kostet als ein Tag Erholung für eine müde Mutter.

Wie viele Erschöpfungsdepressionen, wie viele kleine Unfälle die durch Unachtsamkeit entstehen, wie viele Scheidungen könnten wohl vermieden werden.

Ich würde gerne einen Antrag stellen für mehr Verantwortung der Hebammen, damit sie Zeugnis ausstellen könnte: für eine Putzfrau, für eine Schlafhilfe, Zeugniss für den Mann wenn er länger von der Arbeit weg bleiben müsste, Mahlzeiten-Service, Kinderbetreuung etc.

In dieser Zeit ist es enorm wichtig, die besten Bedingungen für das neue Leben zu schaffen, das zählt sich in der Zukunft aus.

Mittwoch, 2. November 2011

kein Gefühl in den Händen

Schwangerschaftsbedingt kann es im Handgelenk, manchmal durch Wassereinlagerungen, manchmal durch Uebersäuerung zu einem Stau der Zirkulation der Nervenbahnen oder des Blutes kommen. Dies macht sich bemerkbar indem die Finger anschwellen. Die führt zu Druck der so stark sein kann dass die Gefühlsempfindungen in den Fingern oder gar den Händen verloren gehen.

Manche Frauen sprechen von rheumatischen Schmerzen, andere sprechen von Karpaltunnel-Syndrom oder von Gefühllosigkeit von Ueberlastung der Gelenke, von Gliederschmerzen dies hat alles mit der Schwangerschaft und dem Stillen zu tun.

Mit einer basischen (nicht sauren) Ernährung kann Abhilfe geschafft werden. Es braucht aber viel Geduld mit einigen Wochen ist zu rechnen. Es gibt verschiedene Basenpulver die man zusätzlich einnehmen kann morgens nüchtern ein warmes Glas Wasser mit frisch gepresstem Zitronensaft hilft auch zu entsäuern.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Druck von aussen in der Schwangerschaft

Manchmal passieren während der Schwangerschaft Ereignisse die man dem Baby lieber ersparen möchte. Vom Gefühl her schützen die Mütter die Babys indem sie das Baby von sich schieben. Es wäre besser, das Baby ganz nah zu sich zu nehmen. Das Gefühl fürs Baby muss erst wachsen. Oft berühren die Frauen ihren Bauch und nicht ihr Baby das darin ist. Das ist aber ein enormer Qualitätsunterschied der spürbar ist, in dem bei Ersterem der Bauch hart und bei Zweitem der Bauch weich ist.

Um ein Baby im Bauch schützen zu können, müsste das Baby in der Vorstellung mehr zum Herzen getragen werden, damit es durch die Mama geschützt wird.

Gestern habe ich eine Frau gesehen die gerade vom Spital heim gekommen ist. Sie hat ihr Baby auf dem Arm getragen wie eine kostbare Torte. Ihr war das Baby so kostbar, dass sie es vor sich trägt. Leichter zu tragen und inniger ist es, wenn sie es eng am Körper trägt. Natürlich wächst diese Erkenntnis mit dem Kennenlernen des Babys und irgendwann muss nicht mehr studiert werden "wie trage ich mein Baby" sondern das läuft alles ganz automatisch und intuitiv ab.

Genau so sollte es dem Baby im Bauch auch gehen. Das Baby ist nun mal im Bauch und der grösste Schutz ist es mit Liebe zu überhäufen. Auch wenn es körperlichen oder psychischen Strapazen aufgeliefert wird.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Blasensprung ohne Wehen - Fortsetzung

Einst wurde ich von einem Paar bei mir daheim überrascht, gerade als ich aus dem Haus gehen wollte. Die Frau hatte am Termin einen Blasensprung aber keine Wehen. Da ihre Nachbarin und auch ihre Freundin - vorher Beschriebenes  - durchgemacht hatten und jeweils die Kinder mit Kaiserschnitt bekommen haben, wollte sie dies unter allen Umständen vermeiden. Auf ihren Wunsch hin, habe ich von aussen kontrolliert wie es dem Baby geht und ihr durch das Begutachten der Binde den Blasensprung bestätigt. Das Paar wollte auf keinen Fall ohne Wehen in den Spital und mit Druck und Stress konfrontiert werden.

Die Infektionsgefahr ist im Spital grösser als daheim, da im Spital das Umfeld fremd ist, mehr Personen und dadurch mehr Keime vorhanden sind. Dafür ist die Ueberwachung des Babys und der medizinischen Faktoren grösser. Das Immunsystem ist auf die Hauskeime eingestellt. Trotzdem müssen einige Hygiene-Massnahmen beachtet werden. So sollte vermieden werden, dass Keime von Aussen eindringen können: kein Baden, keine Vaginaluntersuchung und sonstiger vaginaler Kontakt. Binden sollten oft gewechselt werden, am besten eine frische Packung anfangen bei der man sicher sein kann, dass sie den Hygienevorschriften entsprechen.

Dieses Paar hat allen Bedenken zum Trotz, die Verantwortung selber übernommen und ist nicht in den Spital eingetreten. Sie fühlten sich sicher und haben mich erst wieder am nächsten Tag kontaktiert. Ein weiterer Tag ist verflossen und dann haben sie mit dem Spital Kontakt aufgenommen und sind dann nur mit der Zusicherung, dass sie wieder heim gehen dürfen, eingetreten.

Vierundsiebzig Stunden nach dem Blasensprung ist das Baby natürlich, aber schnell auf die Welt gekommen.

Das Fruchtwasser ist ein Schutz für das Baby. Schutz für die Haut aber auch ein Puffer gegen die Aussenwelt. Ist die Fruchtblase offen ist das Baby nicht mehr in der intakten Schutzhülle die Flüssigkeit fliesst weg (sie kann sich zwar wieder bilden, aber es kann sein, dass sie schneller Abfliesst wie dass sie sich bildet). Auch können Keime von Aussen nach Innen eindringen. Eine seltene Komplikation kann auftreten wenn das Baby sehr viel Platz im Uterus hat, dass es mit dem Fruchtwasser nach unten treibt und dann durch eine unkonformen Stellung ein Händchen oder Füsschen nach aussen tritt. Schlimmer noch - wenn die Nabelschnur vor das Kind geschwemmt wird. Dann könnte das Gewicht des Babys darauf drücken und ihm die Zufuhr von Sauerstoff verwehren.

Es ist diffizil hier eine harmonische für Alle stimmige Situation zu schaffen. Es ist sinnvoll den Blasensprung ernst zu nehmen und einige Faktoren zu überprüfen. Die Kinderbewegungen, die Farbe und den Geruch des Fruchtwassers, aber auch die Infektionszeichen (Temperaturanstieg, evt. Blutwerte).
Wo aber zwischen Spitaleintritt und dem da laufenden Procedere und dem ganz auf sich alleine gestellte Procedere eine befriedigende Kompromisssituation erstellt werden kann, weiss ich leider nicht. Wer kann und darf da die Verantwortung übernehmen??

Das ist Geburtshilfe, irgendjemand hat irgendwo Normen aufgestellt und in diesen Bewegen wir uns nun. An die müssen wir Hebammen und Aerzte uns halten. Aber darüber wird immer wieder diskutiert und gestritten.