Montag, 22. August 2016

Lieber Papa

Lieber Papa
Ich habe dir beim Schlafen zugeschaut.
Wir du da lagst und träumtest
Ich habe gesehen wie deine Augen im Schlaf zuckten.
Ich habe in deine Träume gesehen,
in deine Ängste,
in deine Freude,
& in deine Liebe.
Für euch Erwachsene scheint das Leben
manchmal furchtbar schwer,
weil ihr nicht wisst, was auf euch zukommt,
oder was richtig ist,
oder falsch.
Für Mama ist es ein bisschen anders,weil sie mich fühlt.
Jeden Tag,jede Stunde,jeden Augenblick.
Aber du denkst,du könntest mich noch nicht fühlen,
weil ich nicht in deinem Bauch bin.
Aber das ist nicht der Grund.
Es ist weil du so denkst......
Lieber Papa,
ich freue mich so sehr darauf,mich in deine Arme zu kuscheln
und dein Herz dabei klopfen zu hören.
Und doch habe ich auch ein wenig Angst....
denn,wenn ich dir zu viel werde,kannst du weglaufen,
ich nicht.
Ich kann dir nicht hinterher laufen -
und wenn du weg bist, was kann ich dann noch für dich tun ?
Wie kann ich dann noch für dich da sein ?
Ich habe gesehen wie Mama weint.
Und auch du hast geweint....
Ihr Erwachsenen scheint es manchmal recht schwer zu haben.
Miteinander....
und mit der Welt
und mit uns....
dabei kann es so einfach sein....
ihr denkt ihr müsst für uns da sein...
das stimmt auch...
aber manchmal denkt ihr zu viel..
denn wir sind auch für euch da...
wir Kinder...
Ihr dürft uns einfach in die Arme nehmen -
und alles andere loslassen.
Nur bei uns sein...
für einen Augenblick...
für einen Moment...
uns in die Augen schauen..
und uns festhalten..
und es wird sein,als würde die Erde still stehen...
und der Mond und die Sterne.
und alle Sorgen von euch abfallen.
Wie dicke Regentropfen von grünen Blättern.
Und es wird sein,als wäret ihr Kinder -
ohne Sorgen vor dem Morgen.
Wenn du am Morgen aufwachen wirst,
wird alles was ich dir jetzt ins Ohr geflüstert habe,
verflogen sein...
und Platz gemacht haben für einen kurzen Augenblick des Friedens,
denn du denkst dass du mich noch nicht fühlen kannst....
Nicht mehr lange,bis ich geboren sein werde
nicht mehr lange,bis ich für euch da sein werde
Papa ich freue mich so sehr auf dich 

Sonntag, 7. August 2016

Mamma-Kind

Babys bis zum 3. Monat sind nur im Hier und Jetzt. Die ganze Schwangerschaft hatten sie extreme Nähe zur Mama. Von ihr werden sie nun gleich nach der Geburt und auch später gefüttert. Kleine Wesen sind auf Mama fixiert, darauf was sie kennen. Ein Vater hat die grössten Chancen wenn er ein getragenes Kleidungsstück seiner Frau trägt und womöglich noch mit Milch besprüht.

Erst nach nach dem dritten Lebensmonat lernt das Kind von seinen Erfahrungen. Wenn ein werdender Vater bereits in der Schwangerschaft mit dem Baby im Bauch Kontakt aufnimmt (Haptonomie) mit dem Baby spricht es durch die Bauchdecke berührt oder wenigstens sehr nahe bei der Mutter ist, ist der Kontakt nach der Geburt bereits da.

Deshalb brauchen die Väter sehr viel Geduld mit ihren Sprösslingen und dürfen sich an deren Verhalten nicht verunsichern lassen.

Wenn der Vater um 19 h von der Arbeit heim kommt, fängt die schwierigste  Verdauungsphase des Babys an,  sie weinen vermehrt. Ein älteres Kind ist in dieser Zeit sehr müde und deshalb weinerlich. Das hat absolut nichts mit dem Papa zu tun, verunsichert aber.

Kinder reagieren sofort auf das, was sie spüren. Stress, Müdigkeit, Erwartungen und Druck. Ein Kind und ist es noch so klein, spürt alles. Deshalb ist es nicht sinnvoll das Kind an sich bringen zu wollen. Sie müssen abwarten können nehmen sie Blickkontakt auf, ein Lächeln, ein Auge zudrücken, eine Grimasse oder ein Händekuss. Ein Kind Neugierig zu machen indem man es verführt und es selber einen Schritt ohne Druck und Erwartung auf einem zu macht.

Ich staune oft wenn ich beim zweiten Kind Hausbesuche mache, wie sich das ältere Kind mir gegenüber öffnet mich umarmt, mir in die Arme springt oder mich zum Abschied küsst. Ich glaube nicht, dass dies mein Verdienst ist. Das liegt daran dass die Mama mich ganz herzlich begrüsst mir Vertrauen entgegen bringt und wir uns gegenseitig sympathisch sind. Deshalb habe ich das Herz des Kindes erobert. Das klappt auch nur wenn die Mama entspannt ist und vertrauen ins Kind und mich hat.

Ein Vater braucht Geduld, Vertrauen und die Liebe seiner Frau um das Herz seines Kindes zu gewinnen.


Dienstag, 19. Juli 2016

Erschreckendes über die Folsäure

Gerade habe ich einen Artikel über die Folsäure in einer Fachzeitschrift gelesen. Nach zwanzig Jahren in denen fast bei jeder schwangeren Frau dieser Stoff empfohlen worden ist mit der Begründung, dass das Spinabifidus-Risiko gesenkt wird, kommt nun die ernüchternde Wahrheit.

Eigentlich traue ich mich kaum dies alles zu schreiben, weil es sehr schrecklich tönt, vielleicht sollte das wie eine Packungsbeilage zu einem Medikament gelesen werden:

Mehr Folsäure bringt keinen Nutzen. Die synthetische Folsäure ist mit der natürlichen Folsäure nicht identisch.

Eine Kombination mit Vitamin D und Calcium schafft unter anderem folgende Probleme: Die Gefässe verkalken und deshalb kommt es vermehrt zu Herzinfarkt, Schlaganfällen, Nierensteine, Harnwegsinfektionen und Magen/Darmproblemen.

Kinder erkranken häufiger an Asthma wenn die Frauen während der gesamten Schwangerschaft Folsäure einnehmen.

Mit Folsäure und Vitamin-B12-Mangel gibt es eine Wechselwirkung so wird der Körper auf eine diabetische  Stoffwechsellage programmiert. Das Risiko an Gestationsdiabetes erhöht sich. Bei den Babys begünstigt dies eine Insulinresistenz. Dies wurde allerdings nur bei Frauen beobachtet die wenig B12 aber viel Folsäure im Blut hatten (also vorwiegend bei Vegetarier und Veganerinnen).

Bei erhöhter Folsäurezufuhr wird ein Trend zu mehr Krebserkrankungen festgestellt!!! Besonders bei der kombinierten Gabe von Folsäure und Vitamin B12.

Literatur
Asmus, H.G et al (2005) Two year comparison of sevelamer and calcium carbonate effects on cardiovascular calcification an bone density. Nephrology, Dialysis, Transplantation"; 20: 152-1661
Bargott, J.E. (2012) Meta-analysis of cancer risk in folic acid supplementation trials. "Cancer Epidemiology"
Deshmukh U. et al. (2013) Influence of maternal vitamin B12 and folate on growth and insulin resistance in the offspring. "Nestle Nutrition Institute Workshop Series" 74: 145-154
Zhu, B. et al. (2016) Folic acid supplement intake in early pregnancy increases risk of gestational diabetes mellitus: evidence from a prospective cohort study. "Diabetes Care"; 39: e 36-37.
Green In't Woud, S. et al. (2016) Maternal risk factors involved in specific congenital anomalies of the kidney and urinary tract: A case-control study "Birth Defects Research, Part A: Clinical & Molecular Teratology" Epub ahead of print.
Yajnikk, C.S. et al. (2008) Vitamin B12 and folate concentrations during pregnancy and insulin resistance in the offspring: the Pune maternal nutrition study. "Diabethologia"; 51:29-38.

Montag, 18. April 2016

Notfall

In der letzten Zeit habe ich öfters Telefone von besorgten Eltern bekommen die in einer Notlage sind.

Die Eltern sind in Panik, denken das Kind ist in einer lebensbedrohlichen Situation und wurden bei der Notfallnummer an ihren Hausarzt verwiesen wohlwissend, dass der am Wochenende oder Abends nicht erreichbar ist. Sie wurden von einem Ort zum anderen verwiesen und die Panik der Eltern wurde immer grösser. 

Wenn sich die Eltern in ihrer Not an mich, ihrer ehemaligen oder noch aktuellen Hebamme wenden, dann höre ich zuerst zu und das erste was ich sagen muss, dass das Kind nicht in einer lebensbedrohlichen Situation ist. Dann höre ich ein Aufatmen und mir wird erklärt was passiert ist und dann können wir zusammen abschätzen was zu tun ist. Es kommt leider recht häufig vor, dass es keine Stelle gibt die den betroffenen Eltern Hilfe anbieten können. Oder die Stelle die Hilfe leisten könnte ist dauernd besetzt. Gerade bei Säuglingen und Babys kann es sehr schnell zu Unsicherheiten kommen und es wäre sehr wichtig, dass eine kompetente Stelle da ist die Sicherheit bieten kann.

Bei einem Notfall ist es wichtig, dass sie am Telefon sagen, dass es sich um einen Notfall handelt und sofort das Alter des Kindes nennen. Was bei einem älteren Kind "normal" ist kann bei einem Säugling oder Baby bereits ein Notfall sein. Manchmal ist es notwendig zu insistieren, zu erwähnen dass sie fremd in der Stadt sind, dass sie bereits beim Hausarzt angerufen haben. Wenn sie sich unsicher fühlen sagen sie das der betreffenden Person. 

An alle Frischlings-Eltern bitte organisiert euch eine oder mehrere Kontaktpersonen die in Notfällen helfen könnten. Das kann ein/e Nachbar/in sein, ein befreundeter Arzt, die Eltern. Wichtig ist eine Liste mit allen Notfalltelefon-Nummer in der Nähe vom Telefon oder am Kühlschrank.





Donnerstag, 17. März 2016

Zweites Kind

Manchmal ist es geradezu entspannend ein zweites Kind zu haben. Die vielen Unsicherheiten fallen weg weil die neuen Eltern bereits viele Erfahrungen gemacht haben. Die Ängste die sie vom ersten Kind kennen, fallen weg. Erinnern sie sich noch, was sie sich für Sorgen gemacht haben nur schon ob sie ihr Baby zu warm oder zu kalt angezogen haben oder ob die Wohnung warm, respektive kühl genug ist. Dann ging es weiter mit Sorgen ob das Baby genügend zu Essen bekommt, ob die Mama genügend Milch produziert oder wie das Baby korrekt an die Brust gelegt wird.  Sie wissen bereits wie der Kinderwagen funktioniert und wie sie und wo sie damit fahren können. Ihr Körper hat sich an unregelmässiges Schlafen bereits eingespielt und durch das ältere Kind ist in ihrem Leben ein Rhythmus entstanden, davon das neue Baby bereits im Mutterleib profitiert hat und nun sich danach richtet. Da die Eltern sich wieder auf eine turbulente Zeit eingestellt haben, schätzen Sie es, wenn es ruhiger ist. Das sorgt für Entspannung und dieses Mal profitieren Sie von der ruhigeren Zeit und sind nicht angespannt weil sie sich Sorgen ob dies "normal" sei und der Stille nicht trauen.  Alles was sie beim ersten "Eltern-sein" gelernt haben wird ihnen nun leichter fallen. Es ist durchaus möglich, dass sie finden, mit dem zweiten Baby haben sie Urlaub besonders wenn das ältere Geschwisterchen weiterhin an einigen Tagen in die Kita geht. Sie verstehen die Welt nicht mehr, dass sie die erste Zeit als Eltern mit dem ersten Kind so zeitintensiv und erschöpfend empfunden haben. Wie wird es wohl beim dritten Kind sein?????

Mittwoch, 17. Februar 2016

Zwei Sichtweisen

Nehmen wir an eine Frau, sie ist eine Erstgebärende und fast 40 Jahre alt. Die Frau ist zehn Tage vor dem errechneten Geburtstermin. Bereits die ganze Schwangerschaft durch lässt die Ärztin durchblicken, dass es zu einem Kaiserschnitt kommen könnte. Bei näherem Nachfragen der Frau meint die Gynäkologin das Alter der Frau könnte einen Einfluss haben - genau erklären kann sie es aber nicht. Nun möchte die Ärztin bereits zehn Tage vor dem Termin die Geburt einleiten. Die Frau wehrt sich und sie muss nun jeden zweiten Tag zur Kontrolle. Dem Baby geht es gut.  Einen Tag vor dem Errechneten Termin kommt es zu Wehen und die Frau landet im Spital. Da sich der Muttermund nur bis sechs Centimeter öffnet, kommt es schlussendlich zu einem Kaiserschnitt.

Sicht der Frau:
Auch wenn es nicht zu einer natürlichen Geburt gereicht hat, ich durfte es wenigstens versuchen. Ich bin glücklich, durfte mein Baby den Geburtstermin selber wählen und bin froh, dass ich Wehen erleben durfte.


Sicht der Ärztin:
Schade, haben wir nicht gleich zehn Tage vor dem errechneten Termin einen Kaiserschnitt gemacht. So musste die arme Frau noch zehn Tage hochschwanger leiden.

Freitag, 2. Oktober 2015

Der Zeitpunkt für feste Nahrung

Bis vor einem Jahr(?) hiess es , dass es das Beste für das Baby ist, wenn es ein halbes Jahr Flasche oder Muttermilch bekommt. Erst dann sollte mit Zufüttern begonnen werden. Es gab immer wieder Mütter die noch länger als ein halbes Jahr gestillt oder geschöppelt haben. 

Ich habe auf den Tag genau sechs Monate bei meinen beiden Kindern gewartet. Es gibt Babys die gerne essen und es gibt Babys die auch nach sechs Monaten noch nicht bereit dafür sind. 

Es gab eine Studie, die entweder von einer Pulvermilchfirma oder einer Breifirma gemacht worden ist. Diese Studie besagt, dass es keinen signifikanten Unterschied gibt, wenn bereits mit vier Monaten Breinahrung gegeben wird. Ich staunte wie schnell die Mütterberaterinnen und die Kinderärzte sich nach dieser Studie richten, als ob es nach vier Monaten besser wäre. Dies ist mit dem gesetzlichen Mutterschaftsurlaub (in der Schweiz) besser vertretbar, da kann jeder Arbeitgeber besser argumentieren. 

In meinen Rückbildungsklassen wird diese Frage immer mal wieder aufgeworfen und letzthin hat eine mehrfache Mutter argumentiert: Das Erstgeborene, das nichts anderes kennt, will oft nicht vor einem halben Jahr feste Nahrung. Aber die nachfolgenden Kinder, die ihre älteren Geschwister am Tisch sehen, sind oft früher bereit am Tisch zu essen.

Ob Karotten oder Kürbis… ? In Deutschland fängt man immer mit Pastinaken an. Hier in der Schweiz eher mit Karotten (die schmecken ein bisschen süsser und das Essen sollte ein schmackhafter als Muttermilch sein). Ich empfehle ein Buch: das vegetarische Baby (das erste Jahr ist jedes Baby Vegetarier). Erst ab einem Jahr (finde ich) ist es ein Allesfresser. In diesem Buch gibt es eine Tabelle wie anfangen und wann, welches Nahrungsmittel dazu geben wird. Es gibt auch Variationen von zwei bis drei Monaten. Der Aufbau zu Essen, ist sehr übersichtlich und logisch. So, dass zwei bis drei Tage immer dasselbe gefüttert wird um zu sehen wie verträglich es ist. Er dann wird eine neue Zutat dazugefüttert.

Bei Nahrungsumstellungen reagiert jedes Baby anders (Durchfall, Verstopfung). Die letzte Frau die nach diesem Buch ging, hat nach einigen Wochen improvisiert und dann hatte ihr Baby Verstopfung, danach hat sie sich wieder nach dem Buch gerichtet und der Stuhl war wieder normal..  (vielleicht war es ein Einzelfall).

Ich würde nach dem Baby gehen, wenn es bereits jedem Löffel hinterherschaut und seine Händchen danach ausstreckt und den Mund öffnet wenn ein Löffel kommt…

Aber oft ist ein Baby mit vier Monaten wirklich noch ein Baby und selber hat es absolut kein Bedürfnis um für einen Löffel den Mund zu öffnen, Das Stillen macht oft erst jetzt wirklich Spass, wenn die Kleinen einem anlächeln wenn die Brust ausgepackt wird. Sie werden soooo schnell gross. Ich würde dies so lange wie möglich geniessen und ihnen das Beste geben.

Als ich meinen Sohn mit neun Monaten ganz abgestillt habe (er wollte es leider so) war er plötzlich oft krank und ich hätte mir gewünscht dass ich ihm noch die kostbare Milch geben könnte. Meine Tochter habe ich 18 Monate gestillt und sie war nie krank. 

Etwas, das auch noch dafür spricht später mit fester Nahrung zu beginnen: Wenn das Baby am Tisch sitzen kann kriegt es essen, vorher Flasche.