Samstag, 28. August 2010

Auch die Hebamme weiss nicht alles

Auch ich als Hebamme komme an Grenzen. Was kann ich machen, wenn ein Baby unzufrieden ist und fast nur schreit? Wenn ich das erste Mal ein Paar daheim besuche, die Eltern aufgelöst sind, kaum geschlafen haben und das Baby ununterbrochen schreit wie die ganze Nacht die Brust oder das Fläschchen verweigert.

Da muss ich zugleich eine Beziehung schaffen zu den Eltern (die ich das allererste Mal sehe), sie beruhigen, abchecken was sie gemacht haben, beobachten woran es liegen kann, das Baby anschauen ob körperlich alles in Ordnung ist und die Liste der Bedürfnisse des Kindes durchgehen (Essen, Wärme, Kleidung, Geborgenheit, Ruhe).

Den Eltern die glauben mit ihrem Baby stimme etwas nicht und das als Drama anschauen (ist es auch) sage ich, dass das ganz normal ist. Die Mutter fühlt sich vom Baby nicht angenommen weil es sie mit den Armen wegstösst, also lobe ich sie, wie gut sie es macht. Der Vater ist manchmal noch nervöser oder ruhiger. Beide haben Vorstellungen von wie es richtig sein könnte (hat aber nicht funktioniert) und jetzt kommt nochmals jemand dazu der Vorschläge macht.

Da bin ich sehr froh, wenn beide Elternteile zu mir Vertrauen fassen, wir zusammen ausprobieren und unsere Beobachtungen zusammentragen um zu einer gemeinsamen Lösung kommen können.

Das ist aber nicht immer so. Es kann sein, dass die Mutter oder der Vater mich ablehnt. Dann ist es sicher besser, wenn ich gehe und die junge Familie alleine lasse und hoffe dass sie ihren Weg finden werden. Leicht ist das nicht für mich.

Gottseidank ist das auch fast nie vorgekommen.


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