Montag, 18. Januar 2010

Schwangerschafts-Veränderungen

Kaum ist eine Frau schwanger, ist sie kurzatmig weil der Körper fürs Baby mehr rote Blutkörper bilden muss. Diese roten Blukörperchen verbinden sich mit Sauerstoff. Dieser Sauerstoff braucht das Baby weil es ja nicht selber atmen kann. Nach der Geburt müssen diese wieder abgebaut werden. Wenn dieser Abbau etwas verzögert ist, spricht man von Neugeborenen Gelbsucht oder Ikterus.

Aeusserlich verändert sich die Frau auch. Zuerst wachsen die Brüste, sie können spannen und die Brustwarzen werden empfindlich. Das Gewebe, damit es sich dehnen kann, lagert Wasser ein. Hormone bewirken, dass der ganze Körper dehnbarer wird. Somit ist es erst möglich, dass das Baby im Bauch Platz findet. Durch die allgemeine Auflockerung kann auch das Becken sich etwas ausdehnen somit unter der Geburt etwas nachgeben. Auch das Empfinden der Frau wird sensibler.

Der ganze Körper der Frau wird elastischer und es ist gut möglich, dass bei einseitiger Belastung etwas verschoben wird. D.h. es kommt öfters zu Verschiebungen im Beckenbereich was Schmerzen verursachen kann oder/und wiederum Auswirkungen aufs die Lage des Babys hat.

Also ist eine Psychische Mitte aber auch ein Physische Mitte in der Schwangerschaft anzustreben.


Samstag, 16. Januar 2010

Missgeschicke

Als Eltern passieren oft kleine Missgeschicke durch Ablenkung oder durch "Zuviel-auf-Einmal" machen.

Auch mir als Hebamme passieren Missgeschicke. Wenn, dann gleich mehrere aufs Mal. Gestern habe ich meinen Sohn fälschlicherweise eine Woche zu früh in die Schule begleitet für einen Car-Ausflug. Dann habe ich noch einen Hausbesuch gemacht, kam heim und entdeckte, dass ich meinen Pullover auf der falschen Seite trug. Endlich wollte ich zur Büroarbeit, da klingelt das Telefon: "Hallo, hier ist M.", ich: "hallo M.". M.: "wir warten hier bei dir vor der Praxis..." Na ja, dann bin ich ganz schnell aus dem Haus gerannt und habe mich entschuldigt.

Ich bin sehr froh mit Menschen zu arbeiten, die so geduldig und verständnisvoll sind.

Freitag, 15. Januar 2010

Nach der Geburt

Manchmal sieht der Bauch einer Frisch-Gebärenden aus, als ob das Baby noch drin wäre. Da jetzt eine Leere im Bauch ist, rutscht das Gedärme dahin, wo vorher das Baby war. Die Bauchdecke hat sich im Verlauf der Schwangerschaft geteilt und muss nun wieder zusammen wachsen.

Natürlich braucht das Zeit und die richtige Unterstützung. Das Ah und Oh ist das über die Seite Aufstehen und Hinlegen. Auch das Bewusstsein für den eigenen Körper ist wichtig. Die Mitte wieder im Körper zu spüren. Deshalb empfinde ich die Bauchmassage als Notwendigkeit im Wochenbett.

Aber auch in der Rückbildung muss die Frau wieder lernen die Bauchmuskulatur richtig aufzubauen und zu benützen. Oft atmen die Frauen nur nach vorne und nicht mehr bis zum Beckenboden. Das heisst bei jedem Atemzug wird der ganze Bauch, der noch weich ist, nach vorne aufgeblasen. Nun müssen sie wieder umlernen den Bauch wieder rein zu nehmen und damit auch den Beckenboden zu aktivieren. Denn all diese Muskelschichten sind miteinander verbunden. So kann mit einer sehr tiefen Ausatmung auch der Beckenboden nach oben gezogen werden. Kombiniert mit Uebungen, wird der ganze Körper mit einbezogen. Im Beckenboden werden durch Kontraktionen Energien freigesetzt, die über feine Kanäle an der Wirbelsäule entlang aufsteigen, die Gehirnfunktion anregen und über die Augen nach aussen strahlen. Vielleicht ist das der Grund, dass Schwangere Frauen und Verliebte so strahlen.



Verändertes Paar-Leben

Ich habe bereits öfters geschrieben dass das Leben mit dem Baby weniger planbar ist und dass man flexibler werden muss.

Das trifft wirklich auf das Leben des Babys und Kindes zu. Wo aber wieder eine Planung entstehen muss, ist in der Zeit-für-sich und für den Partner. Die Arbeitszeit einer Mutter beträgt 24 h. Da gibt es keine geplanten 5 min Pause. Am Anfang ist sogar das Schlafen nur in kurzen Phasen möglich und diese werden vom Kind bestimmt.

Da heisst es nun organisieren, Omis und Grosspapis einfliegen, Freundinnen und Göttis oder den Partner einplanen, damit auch einmal Zeit da ist für Sich-alleine. Oft wird darauf gerne Verzichtet, was auch machbar ist, wenn das keine Dauerlösung ist.

Was aber nicht geht, ist keine Zeit für die Beziehung. Damit man als Paar/als Eltern funktionieren kann, braucht es Zeit füreinander. Sonst wacht man eines Morgens auf und überlegt sich wer der Mann (die Frau) im Bett nebenan, wirklich ist. Oder man stellt fest, dass diese Person nicht mehr die ist, in die man mal verliebt war.

Aehnlich geht es auch mit den Kindern, da muss man als Eltern auch immer wieder Zeit nehmen um mit der Entwicklung und der Veränderung mitgehen zu können.

So muss auch die Sexualität quasi in der Agenda eingeplant werden. Sei es jeden Dienstag wo die Schwiegermutter mit dem Kleinen ins Singen geht oder einfach jeden Freitagabend. Früher, so habe ich mir sagen lassen, war das der Samstagmorgen, als die Kinder noch in die Schule gingen.

Donnerstag, 14. Januar 2010

Geburt aus der Sicht der Hebamme

So wie die Eltern sich unter der Geburt auf die Hebamme einstellen müssen, muss das auch die Hebamme. Damit die Frau sich öffnen kann und dem Baby den Weg zeigen kann, braucht sie unbedingtes Vertrauen. Vertrauen - kann man nur da, wo man sich Sicher und Angenommen fühlt.

Das weiss ich als Hebamme auch. So kann ich nur gut arbeiten, wenn mir das Paar vor allem aber die Frau, auch sympathisch ist und umgekehrt. Aber was wenn dem nicht so ist?

Als Hebammen-Schülerin habe ich einen Trick gelernt.

Da ich schon sehr früh in der Ausbildung recht bestimmt aufgetreten bin, hatte ich mit meinen Vorgesetzten oft Probleme deshalb war es äusserst wichtig, dass ich gute Arbeit machte.

Ausgerechnet die einzige der Schwangeren Frauen die ich nicht leiden mochte, die eine extreme Ausdünstung hatte, war am Gebären als ich Dienst hatte. Bereits nach dem Oeffnen der Türe hatte ich die Nase voll. Rein und tief durchatmen, die Frau berühren, massieren mit ihr ruhig sprechen. Ich merkte, dass ich nicht zu ihr durch kam.

Dann gab ich mir einen Ruck, ich habe sie angeschaut und etwas in ihrem Gesicht gesucht das mir gefällt - sie hatte wunderschöne Augen. Auf die habe ich mich dann konzentriert und ich konnte mich öffnen und sie konnte sich öffnen und sie hat einen kleinen süssen Jungen geboren.

Alle müssen sich aufeinander einstellen, sich annehmen damit die Energie fliessen kann.

Flexibilität

Das Alter der Eltern spielt insofern eine Rolle wie flexibel sie sind. Diese Flexibilität ist meistens durch den Beruf geprägt und die Lebensumstände. So kann ein junges Mami mit Unregelmässigkeiten überfordert sein und ein älteres Mami ganz cool und locker bleiben oder umgekehrt.

Es ist schwierig, mit dem Baby das keinen Rythmus hat, das unregelmässig trinkt, Wach- und Schlafphasen jeden Tag anders sind, die Verdauung mal so und mal so.. wenn man selbst vorher ein Leben nach Regeln geführt hat.

Wann soll man wie viel geben, wie lange soll das Baby trinken. Gibt es Babys die unterschiedlich schnell trinken, kann ich nach Lehrbuch gehen? Ein Kind richtet sich nicht nach Büchern, jedes Lebewesen ist einzigartig und lebt nicht nach Schema.

All diese Fragen können verwirren und verunsichern. Egal wie alt die Eltern sind. Eigentlich kann ich nicht sagen, welche Mutter es leichter hat. Das Alter hat Vorteile die bei der Jungen abgehen und umgekehrt.

Einzig die Anzahl Jahre werden bei Aelteren anders gerechnet. Für eine 20 Jährige sind zehn Jahre fast ein ganzes Leben, für die 40 Jährige, ist es ein Abschnitt. So hat es die Aeltere leichter, nach etlichen Jahren da wieder weiterzumachen wo sie gestoppt hat und für die Jüngere beginnt wieder etwas völlig Neues.





Mittwoch, 13. Januar 2010

Veränderung

Heute habe ich drei Männer um die 40 gesehen, die ganz übermütig sich mit Schneeballen beworfen haben. So wie der erste Schnee bei erwachsenen Männern ein Bubengefühl auslöst, geht es den neuen Eltern.

Mit der Geburt des Babys sind sie sofort in den Babyzustand katapultiert. Alles wird aus der Sicht des neuen Erdenbürgers beurteilt. Plötzlich ist das Parfum der Tante penetrant, Durchzug, Kälte, Wärme alles wird stärker empfunden.

Selbst das ältere Geschwister, das am Vortag noch klein und süss war, wird jetzt als riesig und alt empfunden. Mir ging das auch nach nur einer Nacht so, als ich das 2. Kind daheim geboren habe.

Das ist ein ganz spezielles Phänomen das mich immer wieder zum Erstaunen bringt und zum Lächeln. Besonders wenn die Kinder dann älter werden und plötzlich ein Geschäftsmann im Anzug mit dem Zweijährigen die Rutschbahn runter fährt oder das Mami im Minijupe auf der Schaukel sitzt, in der Pfütze tanzt etc.